Monat der Fotografie off 2020
Bauen Wohnen neuDenken

Bauen Wohnen neuDenken zeigt 6 Foto-Video-Arbeiten, die unterschiedliche Aspekte des Wohnens beleuchten. Aus vielen Gründen erlebt die Thematik derzeit einen Boom in der öffentlichen Diskussion: Wohnungsknappheit, Eigentum von Boden, Konsumkritik.
Unser Projekt ist überschrieben mit dem an Heidegger angelehnten Titel, der für ein Nachdenken über den Kern des Wohnens steht. Im Zentrum stehen Aspekte wie innere und äußere Habitate in der Stadt (C. Bolwin), Orte des Glücks (J. Galinowski), die Häuser der Masai (N. Holocher), Wohnen als Weise des in der Welt Seins (G. Kuhlewind), der Kosmos des Rückzugs (M. Machate), die Wohnung als Projektionsraum (J. Pfannenmüller).
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Alle Arbeiten entstanden im Rahmen eines Workshops der VHS Neukölln. Leitung: Ulrike Ludwig.

Die Videos sind hier auf unserem
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in / out / around / within
Das phänomenologische Denken, wie das von Martin Heidegger, geht davon aus, durch die Anschauung der Dinge zu ihrer Wahrheit vorzudringen. Meine fotografische Collage überspringt den Wahrheitsbegriff und konzentriert sich auf die Sichtbarkeit des Alltäglichen und den visuellen Eigensinn des Fotos. Entlang visueller Spannungen ordnet sich das Projekt zu einem in viele Einzelbilder aufgespaltenen Portrait meiner Nachbarschaft im Norden von Berlin.
Charlotte Bolwin
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Jana Galinowski
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Auf der Suche
Unser Zuhause - ob Wohnung oder Haus - hat zu allererst den Zweck, Schutz vor Regen, Kälte, Hitze und anderen Unannehmlichkeiten zu bieten. Aber für die meisten ist das Zuhause noch viel mehr: Ein Ort, der ausdrückt, wer wir sind oder wer wir sein wollen. Ein Ort, an dem wir gut leben und der uns glücklich machen soll. Welches Bild erscheint vor unseren Augen, wenn wir uns ein heimeliges Dach über dem Kopf vorstellen? Oft das klassische Einfamilienhaus in idyllischer Umgebung. Auf der Suche nach vielleicht auch meinem Wohnideal packe ich mein kleines Eigenheim in die Tasche und erkunde, wie es sich in verschiedene Umgebungen einfügen könnte.
Und was würde sich eigentlich ändern, wenn aus dem Modellversuch meine Wohnrealität wird?
Enkaji - Das Masai Haus
Die Häuser der Volksgruppe der Masai in Tansania sind aus getrocknetem Kuhdung, Lehm und Holzstöcken hergestellt. Der Bau der Hütten wird allein durch die Frauen verrichtet. Ihnen gehören auch die Häuser. In diesen Behausungen finden ganze Familien ihren Platz. Da es keine Fenster gibt, ist es innerhalb der Hütten fast vollständig dunkel. Aufgereiht zu einem Kreis ergeben mehrere Hütten eine Boma. Im Zentrum der Boma wird ein weiterer Kreis aus dornigen Ästen und Zweigen errichtet. In diesem werden die Kuhherden jeden Abend zusammengetrieben um sie vor den Gefahren der Nacht zu schützen.
Nikola Holocher
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Gabriele Kuhlewind
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Wohnen, bedacht
Die Arbeit zeigt fotografische Überlegungen angelehnt an den Begriff des Wohnens bei Martin Heidegger und Friedrich Hölderlin.
Wohnen wird hier nicht als bloßer physischer Aufenthalt in Räumen verstanden, sondern schließt die vielfältigen Beziehungen des wohnenden Menschen zur Welt als Ganzes ein. Der fotografische Blick hält inne bei gewöhnlichen, manchmal belanglos erscheinenden, aber dennoch denkwürdigen Dingen des so verstandenen Wohnens.
Andreas Machate
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Die Zelle
Judith Pfannenmüller
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TRANSPOSITION
Menschen nehmen einen (Wohn-)Raum nicht nur physisch ein, indem sie sich dort aufhalten. Es geht auch um die persönliche, individuelle Aneignung eines Raums. Vorgefundenes wird verändert, Vorstellungen projiziert, Dinge eingebracht, (Denk)-Räume erweitert. Die Orte, an denen etwas versetzt oder vertauscht wird, bleiben unverändert erhalten. Doch einzelne Bestandteile werden neu sortiert und laden die Orte mit individueller Bedeutung auf.

Text: inspiriert von Haruki Murakami